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Donnerstag, 28. Juni 2012

INTERNATIONALER CAPS LOCK TAG!!!!

HERZLICHEN CAPS LOCK TAG!!! LANG LEBE DER IMPERATIV!!!


Freitag, 22. Juni 2012

Platons Höhlengleichnis

Schon vor 2000 Jahren hat der griechische Philosoph Plato beschrieben, wie beschränkt unsere Wahrnehmung die Wirklichkeit erfassen kann. In seiner „Politeia“ diskutiert er, ob und wie die Menschen gebildet werden können, wie der Mensch die Wahrheit erkennen kann und welche Konsequenzen dies auf das Verhalten der Menschen hat. Dabei verwendet er das berühmte Höhlengleichnis.


Die Höhle

In einer dunklen Höhle sitzt eine Gruppe von Menschen Seite an Seite mit dem Rücken zum Eingang. Sie sind seit ihrer Geburt mit Ketten an ihre Stühle gefesselt, und alles, was sie sehen können, ist die ferne Höhlenwand vor ihrem Angesicht. Eine Art Puppenspieler stehen hinter den Gefangenen und halten verschiedene Gegenstände hoch, welche im Schein eines Feuers verschwommene und tanzende Schatten an die Wand vor ihnen werfen. Die Höhlenbewohner können weder die wahre Form der Gegenstände noch die Puppenspieler oder das Feuer sehen, da sie unfähig sind, ihre Köpfe zu wenden. Seit der Kindheit, sind ihre Körper starr auf das fixiert, was vor ihnen zu sehen ist.

Losgekettet von der Höhle

Das Höhlengleichnis geht nun darin über, die Geschehnisse zu beschreiben, wenn ein Gefangener dazu gezwungen würde, aus der Höhle heraus zu steigen und sich hinaus in die wirkliche Welt zu begeben.
Seine Augen würden sich immer mehr an das helle Licht anpassen. Zuerst würde er die Schatten am besten erkennen können, dann die Spiegelungen von Menschen und Gegenständen im Wasser und schließlich die Objekte selbst. Sein Blick würde dann gen Himmel gehen und er würde den Mond und die Sterne bewundern. Am Ende würde er gar in der Lage sein, die Sonne selbst zu sehen.

Rückkehr in die Höhle

In Platos weiterer Überlegung kommt er zu dem Schluss, dass der Befreite sicherlich den weiterhin in der Höhle gefangenen Kameraden von seinen Erlebnissen in der wahren Welt erzählen und sie befreien möchte. Ein erneutes Leben in der Höhle wäre für den befreiten Menschen undenkbar. Ebenso wenig würde er es wohl ertragen können, welch karges Dasein seine Gefährten fristen müssen.
Nach seiner Rückkehr in die Höhle würde er sich neben die anderen Gefangenen setzen und ihnen von der Welt außerhalb erzählen. Es würde nicht einfach sein, diesen Menschen dies zu erklären, und in den meisten Fällen würde man ihn nicht verstehen oder ihm keinen Glauben schenken.
Die Gefangenen würden ihn dann verspotten und für wahnsinnig erklären. Besonders, da sie erkennen, dass sein Aufstieg aus der Höhle ihn so stark verändert hat, dass er in der Dunkelheit nicht mehr gut sehen kann. In gewisser Hinsicht wäre der befreite Mensch, dessen Augen nun an das Licht der Sonne angepasst sind, für sie ein Blinder.

Sie würden sich wahrscheinlich sogar äußerst feindselig gegenüber ihrem früherem Kameraden zeigen, wenn er es weiterhin versuchen sollte, sie von seinen Ansichten zu überzeugen und sie zum Verlassen der Höhle zu bringen. Die Möglichkeit, dass ihre Wahrnehmung der Realität verfälscht sein könnte, wollen sie einfach nicht in Erwägung ziehen. Zudem würden sie sich davor fürchten, ebenfalls zu erblinden und nicht mehr die Welt sehen zu können, die sie bisher kannten. Der Rückkehrer würde als Gefahr eingestuft werden, und man würde ihn vermutlich gar töten, wenn er einen der Ihren gewaltsam zu befreien versuchen würde. Lieber würden sie einen Mord begeben, als dass man sie aus der Höhle entfernen würde, vom einzigen Ort, den sie kennen und wo sie sich sicher fühlen.

Samstag, 12. Mai 2012

Die Spinnweben der Marilyn Monroe

Der Film Das verflixte 7. Jahr war das erste Mal, als ich mit Marilyn Monroe in Kontakt gekommen bin. So weit ich mich daran erinnern kann, spielte sie dort die Paraderolle der großbusigen, verführerischen und unbedarften Blondine. In der Komödie Manche mögen's heiß spielte sie erneut diesen Typ von Frau und spätestens nachdem ich das frivol wirkende Geburtstagsständchen an John F. Kennedy sah, ließ ich mich dazu breitschlagen, diese Frau auf die oben genannten Eigenschaften zu reduzieren. Erst Jahre später fand ich zufällig einem Spiegel Artikel, der die Aufzeichnungen und Notizen von Marilyn Monroe beinhalteten und einen äußerst persönlichen Einblick gewährten. Auf Zeitungspapier oder Notizblöcken hatte sie damals ihre Gedanken, Ängste oder Zweifel geschrieben und diese Worte legten ein Bild auf die Person hinter den Mythos frei und ich erkannte in Norma Jeane Mortenson eine äußerst reflektierte Frau, die mit Selbstzweifeln rang und letztendlich daran zu Grunde ging.

Bei dem nachfolgendem Text handelt es sich um Auszüge zweier Spiegelartikel

 
Ich weiß nicht, wer die hohen Absätze erfand, aber die Frauen verdanken ihnen viel.


Muss mich mehr anstrengen zu tun 


muss die Disziplin aufbringen, das Folgende zu tun - 

z - zum Unterricht gehen - zum eigenen immer - ohne Ausnahme. 

x - möglichst oft Strasbergs andere Kurse besuchen. 

g - nie die Stunden im Actors Studio versäumen.


13 Punkte umfasst die Liste, die Marilyn Monroe 1955 in New York in kleinen gestochenen Buchstaben in ein ledergebundenes Adressbuch notiert. "Jemanden für Tanzunterricht suchen", steht da auch. Doch die Zeilen sind keine To-Do-Liste, eher wirken sie wie der Versuch, ein Leben zu ordnen, das aus den Fugen zu geraten droht. "Mich wirklich ins Zeug legen, gegenwärtige Probleme und Phobien anzugehen", fordert sich Monroe selbst darin auf. Und "versuchen, mich zu amüsieren, wann immer möglich - wie es aussieht, wird es mir schlecht genug gehen". Ganz unten auf der Seite, gedrängt an den Rand des Papiers steht: "Wörter - Bedeutungen herausfinden" und die Begriffe "Wanderjahre" ("bedeutet es Opfer?") und "à trois" ("heißt das so was wie auf Probe?"). 

Man könnte meinen, dass hier eine junge Schauspielerin in Ausbildung mit pathetischen Wendungen ihre Unsicherheiten spiegelt. Ein junges Mädchen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen den ersten kleinen Rollen und den Phantasien vom Durchbruch als Hollywood-Star. Doch Marilyn Monroe ist 1955 kein kleines Licht mehr in der Traumfabrik. Sie ist 29 Jahre alt und auf dem Sprung vom Star zur Legende. Sie hat bereits in "Niagara" den vor Sex knisternden Vamp gegeben, in "Blondinen bevorzugt" den Song "Diamonds Are The Girls Best Friend" unsterblich gemacht und nach "Wie angelt man sich einen Millionär" ihre Filmpartnerin Betty Grable als das populärste Pin-up der US-Soldaten abgelöst. Die tiefe Verunsicherung, die ständige Angst davor, ins Bodenlose zu stürzen, konnte ihr all dies nicht nehmen. 

Davon zeugen die Aufzeichnungen, die erstmals in dem Buch "Marilyn Monroe - Tapfer lieben" versammelt sind. Erst 2007 stieß Anna Strasberg, die Witwe des berühmten Schauspiellehrers Lee Strasberg, beim Aufräumen auf diese Dokumente, die sich in zwei unscheinbaren Kartons fanden. [...]

Die Aufzeichnungen widersprechen allen gängigen Klischees von dem blonden Dummchen oder der immerscharfen Sexbombe. Viele der Zeilen zeugen von Monroes Scharfsinn, einem an Selbstsezierung grenzendem Reflektionsvermögen und immer wieder echter lyrischer Sprachgewalt. Die Unterschiedlichkeit der Textformen trägt dazu bei, die Sammlung zum Schillern zu bringen. Briefe an ihre Psychoanalytiker und Anmerkungen zur Arbeit mit ihrem Schauspiellehrer Strasberg, Listen mit Songtiteln und Gedichte, schnelle Notizen und detaillierte Traumtagebücher, Durchhalteparolen an sich selbst und Kochrezepte krachen hier aufeinander. All diese Aufzeichnungen vereint die Geste des Festhalten-Wollens. 


Wahrscheinlich hatte ich immer schon bodenlose Angst davor, wirklich eine Ehefrau zu sein, da ich vom Leben weiß, dass man einander nicht lieben kann, nie wirklich.
Ihr Hang zur Reflektion ergänzt sich mit dem, von Lee Strasberg gelehrten, Method Acting. Dabei geht es darum, die Emotionen der dargestellten Figuren, mit der Erinnerung und dem Durchleben eigener Erlebnisse zu reproduzieren. Dazu passt auch, dass Monroe in ihrem Leben mehrere Psychoanalytiker besuchte. Diese Form der Selbstbespiegelung findet sich in vielen ihrer Notizen. "Ich kann und will mir selbst helfen und Dinge analytisch ergründen, ganz gleich wie schmerzhaft", kritzelt sie mit weit ausholendem, eiligem Strich in ein schwarzes Büchlein. 


Monroe gelingt es trotz des Erfolgs nicht, ihre Unsicherheit zu besiegen. Sie sieht ihre Stärke, ja, aber auch ihre Fragilität. In einem Gedicht findet sie ein Bild dafür: Spinnweben. Spinnweben können im Sturm bestehen, aber von einer Hand, die nach ihnen greifen, sofort zerrissen werden.

Warum quält mich das so? Warum fühle ich mich als Mensch weniger wert als andere?
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, es gibt keine Antworten, das Leben muss man leben, und da es vergleichsweise kurz ist - (vielleicht zu kurz - vielleicht zu lang) -, bleibt mir nur die Einsicht, es ist nicht leicht.

Die Angst davor, nicht zu genügen, den Menschen um sie herum ebenso wie ihrer eigenen Idee von Perfektion, spiegelt sich auch in ihren lyrischen Skizzen und kurzen Gedichten wider. Immer wieder verbunden mit dem Wunsch, wenn sie nicht perfekt sein kann, lieber gar nicht zu existieren:

Verdammt, ich wünschte, ich wäre 
tot - gar nicht vorhanden - 
fort von hier - von 
überall, nur wie würd ich 
Es gibt immer Brücken - die Brooklyn 
Bridge - 
Aber die liebe ich ...

lauten die ersten Zeilen aus einem ihrer schönsten Gedichte. Doch auch so strahlende und klare Sprachbilder wie dieses wirken auf dem Papier unbedacht hingehauen wie irgendeine schnelle Kritzelei. Monroe hat sich nicht getraut, sie mit einer Schreibmaschine abzutippen oder sie abzuschreiben, Streichungen und Umformulierungen zu tilgen. So als hätte sie Angst, dem Gedicht damit eine Gültigkeit zu verleihen. Als wolle sie diese Gedanken lieber in der Schwebe halten, statt noch etwas zu haben, das sie den Menschen von sich gibt. Etwas, das sich vielleicht als hohl entpuppen könnte. 

Vielleicht aber wollte sie doch gelesen werden. Auf einem besonders wirr beschriebenen Din-A4-Bogen steht eingequetscht und verborgen zwischen anderen Gedanken "vielleicht liest dies jemand? Ich glaube kaum". Nun sind sie raus, Marilyn Monroes Gedanken auf Papier, gedruckt und gültig. Und möglicherweise hätte ihr dieses Buch sogar gefallen - wenigstens für einen Moment.


Das Leben rückt näher und ich will nur sterben.

Vielleicht ist das die große Erkenntnis dieser Notizen: Sie war nicht das Auslaufmodell der Voremanzipation, kein Dummchen mit hübschem Po und langen Wimpern. All ihre Notizen, diese kleinen, traurigen Gedichte, ihre Zweifel und ihr Abscheu - das alles ist am Ende nichts anderes als das aussichtslose Ringen um einen Platz in der Gesellschaft, für den es damals kein Vorbild gab und heute noch keines gibt.

Der tolle Beruf, die gelungenen Kinder und Schönheit bis ins Alter, das ist die Maßgabe heute, und das war auch das Ziel von Marilyn Monroe, die mit dreißig begann, mit der Lupe nach Falten zu suchen, die glaubte, dass alles schon zu spät für sie sei. Ihre Verzweiflung kommt einem heute ziemlich bekannt vor. Es ist eine individuelle Geschichte, und es ist auch die Geschichte einer Kranken. Dennoch ist Marilyn Monroe ein Spiegel, in dem wir "unser vergrößertes Ebenbild erblicken", wie Norman Mailer einmal über sie schrieb.

Für mich gibt es praktisch keine Nacht – es ist alles wie ein langer, langer schrecklicher Tag.

Donnerstag, 22. März 2012

Das erste Foto


Es ist Frühherbst 1826 und der noch kühle Wind streift durch die welk gewordenen Grashalme, während sich Sonnenstrahlen müde auf dem alten Gemäuer des Anwesens von Joseph Nicéphore Nièpce legen, der gerade aus dem Fenster seines Arbeitszimmers blickt und seinen Schnurrbart vor dezenter Freude zwirbelt, weil ihm gerade nach monatelangen Experimenten das erste Foto überhaupt gelungen ist. Später sollte er als der Erfinder der Fotografie in die Geschichtsbücher und Wikipediaseiten eingehen.

Nun mag der geneigte Leser lange nach einem aufregendem Detail oder einer interessanten Geschichte hinter diesem Foto suchen. Er wird leider nichts dergleichen finden. Denn ist es die Schlichtheit des Bildes die mir gefällt. Gerade weil es die Natur vieler Menschen ist, neue Errungenschaften pathetisch mit einem narzisstischen Klappser auf die angeschwollene Schulter phallisch zu feiern, empfinde ich diesen Meilenstein als angenehme Ausnahme und als Kunstwerk der Schlichtheit.

Freitag, 9. März 2012

Die Geschichte des Eiffelturms

Eine kontextlos anmutende Bilderreise zurück in das Jahr 1887, in dem anlässlich zum 100 jährigen Jubiläums der französischen Revolution die ersten Bauarbeiten zum Eiffelturm beginnen. Nun prangert zwar nicht der 28. Januar über dem geschmacklos kitschigen Tageskalenderspruch und bin ich auch kein Franzose,
(wofür ich jeweils beide Elternteile mit der gleichen Intensität an abgrundtiefen Hass überschütte und mich so mit jedem verwelkten Tag immer mehr von ihnen emotional distanziere, was dazu führt, dass sich der unreflektierten Gefühlen wegen eine nicht minder ausgeprägte psychische Anomalie entwickelt, welche so einzigartig in ihrer Ausprägung ist, dass sie nach mir benannt wird und ich in den aufmerksamkeitsstrebenden Sog der abendlichen Berichterstattung gezogen werde und mir die Vorzüge eines dekadenten Promistatus zuteil werden lassen, welcher mich in die Einsamkeit treibt und mich verwahrlosen lässt, bis an jenen schicksalhaften Abend, als ich unter dem 28. Januar meines Tageskalender den Spruch 'Lebe Dein Tag, als wäre es Dein Letzter.' erspähe und als ich in diesem Augenblick die Bedeutung der Worte endlich verstehe und erkenne, dass das Leben von uns falsch definiert wurde und die Welt mit einem tiefgründigen Buch aufklären will, endet ein enttäuschter Fan wegen meiner fehlenden Präsenz in den hiesigen Nachtclubs mit einem ungewaschenen Teelöffel abrupt mein Leben. War ich nicht im Begriff etwas Nostalgisches zu veröffentlichen und diese Klammer nur mit einer mittelmäßigen Pointe zu füllen und sie nicht zu der ausgeleierten Größe eine Elefantenvagina anschwellen zu lassen, die gerade die anstrengende Odyssee einer Zwillingsgeburt hinter sich gebracht hat? Wurde mein Hang zur ausschweifenden Nichtigkeit nicht schon indirekt moniert? Nun gut, wo war ich stehen geblieben...)
der nach der anfänglichen Abneigung nun vollkommen Stolz auf den riesigen Stahlkoloss ist, dennoch sagten mir die Bilder zu, welche ich noch mit wichtigen geschichtlichen Fakten untermalt habe.

Viel Spass!


1887:

Gustave Eiffel hat großmütig die Namen von 72 Wissenschaftlern auf dem Turm verewigt, mehr oder weniger. Denn wurden sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einigen frevelhaften Kleingeistern übermalt und erst während der Renovierungsarbeiten 1986 wieder freigelegt worden.Die Namen sind in der breiten Verzierung unterhalb der ersten Etage zu sehen.

1912:

Am 4. Februar testet der Östereicher Franz Reichfeld seine Erfindung, einen Fallschirmanzug, mit einem Sprung von der ersten Plattform des Turmes. Er gibt daraufhin sämtliche weitere Entwicklungen auf, als der Versuch misslingt und er tot auf den Boden aufschlägt. Er starb vor Angst, noch bevor er die Erde neben dem Eiffelturm berührte. 

1925:

Der Betrüger Victor Lustig verkauft den Eiffelturm an einen Schrotthändler. Er erklärt ihm, dass der Turm abgerissen werden soll und weist sich mit gefälschten Papieren aus. Nachdem der Händler gezahlt hat, setzt sich der werte Herr Lustig mit dem Geld ab. Aus Scham verzichtet der geprellte Schrotthändler auf eine Anzeige. Darüber empört kehrt Lustig nach Paris zurück und wiederholt den Coup. Diesmal fliegt die Sache auf und wird an die Behörden übergeben. Herr Lustig muss die Flucht antreten.

1959:

Im Juni wird mit dem 10 jährigen Julien Bertin aus Quincampoix in der Normandie der 35 Millionste Besucher des Eiffelturms begrüßt. Er gewinnt ein Auto. Weder sein Vater noch Mutter sind im Besitz eines Führerscheins.

1984:

 Am 31. März 1984 flog eine Beechcraft Bonanza durch die Bögen des Eiffelturms. Die französischen Behörden erdreisteten sich, dieses Ereignis aus unbekannten Gründen zu zensieren und daher gibt es nur wenige Informationen über diesen Flug.

2008:

Nach der Zeremonie hieß sie Erika La Tour Eiffe. Eine 37 Jahre alte Frau aus San Francisco heiratete den Eifelturm. Die ehemalige Soldatin sei eine von weltweit rund 40 Objekt-Fetischisten. Auf dem Rückweg von Paris, wo sie ihren ersten Hochzeitstag feierte, habe die Frau noch die Berliner Mauer besucht.
"Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen etwas zur Welt bringen können wie ein Kind - oder ein Objekt - und es dann nicht lieben."

2010:

Mit einem waghalsigen Sprung vom Eiffelturm hat Taig Krish einen Weltrekord im Inliner-Sprung aufgestellt. Der 34-jährige Extremsportler stürzte sich vom ersten Stock des Eiffelturms in die Tiefe auf eine Half-Pipe. Dabei beschleunigte er auf 60 km/h, bis er mit seinen Rollen auf der Holzrampe aufkam. Alleine bei der Vorstellung wäre es mir wohl wie 
Franz Reichfeld einige Jahre zuvor ergangen. 

2011:

Ein lautes Rasseln in meinem Ohr, riesige Eiffeltürme vor meinen Augen. "Only one Euro, only one Euro!" Ich will aber gar keine Turmminiatur, auch keine Rose und keine Plastikglitzerkugeln. Ich liege im Parc de Parc du Champ de Mars, direkt neben dem echten Eiffelturm und werde von einer unglaublichen Anzahl Verkaufstüchtiger umworben. Plötzlich Hektik, panische Blicke, mindestens hundert Eiffelturmverkäufer rennen durch den Park, springen über die Parkbänke und sind keine halbe Minute später verschwunden. Wenig später Polizisten, mit Schusswaffen und Schlagstöcken ausgestattet, die sich aber nicht so sicher sind, ob und wohin sie jetzt rennen sollen. Sie vertummeln sich wieder. Einen Augenblick später wird mir schon wieder der nächste Mini-Eiffelturm angeboten.¹

Freitag, 16. September 2011

Das Pferde Massaker

Ein Pferd
Wie unschwer zu erkennen, ist das ist ein Pferd. Meist findet man diese Artgenossen in schlechten "Kommt ein Pferd in die Bar, fragt der Barkeeper: 'Hey warum das lange Gesicht?'" Pointen oder unter der Knechtschaft pickelübersähten Teenager, die ihr Ross mit seltendämlichen Kosenamen sowie ihren beleibten Körpern beschmücken und selbst im hohen Alter nicht über die Reife eines Vorschulkindes hinauskommen. Meist verbringen sie den Großteil ihrer Zeit auf der Koppel und schwärmen so penetrant und ausgiebig von ihren ihren Ausritten, dass sie oftmals nicht bemerken, das sich ihr soziales Umfeld zunehmend aus verlebten Kuscheltieren und bettlägerigen Alzheimerpatienten zusammen setzt. 

Aber ich schweife ab, denn thematisiere ich heute die vierbeinigen Huftiere, die neben Hund, Katze, Vogel und Goldfisch der beste Freund des Menschen ist. Das Pferd belebt die Fantasie jener, die sich nach Freiheit oder Abenteuer sehnen. Wie konnte es also dazu kommen, dass innerhalb von 4 Jahren in Mitteleuropa ungefähr 1,8 Millionen Pferde den Tod durch den Menschen zum Opfer fielen? Um in Axel-Springer-Verlag Manier diese Zahlen noch zu dramatisieren und deren Grausamkeit zu unterstreichen, rechne ich diese Zahl hinsichtlich der 4 Jahre auf 36 Pferde pro Stunde um. Das sind Sechsundreißig wundervolle Geschöpfe die in 60 Minuten auf brutalste Art und Weiße mit Säbeln, Pistolen, Maschinengewehren, Granaten oder gar Bomben ihr Ende fanden. Wieso mussten diese unschuldigen Tiere sterben? Weil ein paar unterzuckerte Primaten wegen ein paar lächerlichen Kleinigkeiten innerhalb dieser 4 Jahre den 1. Weltkrieg austragen mussten und es für eine gute Idee hielten, die Pferde ungefragt mit daran teilhaben zu lassen. Eine dunkle Epoche in der Geschichte der Pferde.

Donnerstag, 1. September 2011

Die Geister von Ruanda

Als am 6. April 1994 in einem kleinen Ostafrikanischen Land - Ruanda - rund 800'000 Menschen von ihrer eigenen Regierung brutalst ermordet wurde, schaute wortwörtlich die gesamte Welt tatenlos bei diesem Völkermord zu. Bei den Opfern handelt es sich um einfache Männer, Frauen und Kinder, die nur getötet wurden, weil sie Tutsi waren. Innerhalb von 100 Tagen fanden dabei rund 75% der Tutsi Minderheit ihren Tod, während die UN nicht intervenierte, obwohl die Unterbindung von Völkermord in ihrer Charta fest verankert ist. Ein wohl mitunter düsteres Kapitel unserer Weltengemeinschaft.


Madeleine Albright


Die nachfolgende englische aus 12 Teilen bestehende Dokumentation beschäftigt sich mit den Ereignissen dort und den Menschen, die sich gegen die Untätigkeit entschieden und bis heute mit den Konsequenzen kämpfen müssen.




Mittwoch, 9. Februar 2011

Der Tag als John F. Kennedy aus dem Leben geschossen wurde

Als am 22. November 1963 John F. Kennedey ermordet wurde, starb für viele Menschen nicht nur ein amerikanischer Präsident, sondern auch Hoffnung. Hoffnung auf einen Wandel, die letztendlich auf einem blutigen Autositz verendete. Die Aufgabe der Medien war es, dieses Attentat sich zu beleuchten und als die Bilder später von den zahlreichen Fernsehern ins Wohnzimmer flimmerten, war es Fernsehjournalist und Nachrichtensprecher Walter Cronkite, der von den Ereignissen berichtete. Nachrichtensprecher berichten uns Tag für Tag mit der stoischer Miene einer Platon Büste von Armut, Toten und den Lottozahlen, das man sich zu Vermutung hinreißen lassen könnte, dass diese Sprecher zuvor eiskalte Schergen der Cosa Nostra waren. Und genau deshalb fasziniert mich das folgende Video immer wieder aufs Neue, da es zeigt, wie diese objektive Instanz an diesem Tag von der unvorstellbaren Wucht der Situation übermannt wurde und Emotionen zulassen musste. Vielleicht war es für Walter Cronkite dieser Tag, an dem auch seine Hoffnung auf einen Wandel gestorben ist und die Traurigkeit darüber zu groß, um sie hinter dem objektiven Mantel seiner Arbeit verbergen zu können. 


"Throughout the streets of Dallas, the Dallas Police have been augmented by some 400 policemen called in on their day off because there were some fears and concerns in Dallas that, uh...that there might be demonstrations, at least, that could embarrass the President. Because it was only on October 24 that our ambassador of the United Nations, Adlai Stevenson, was assaulted in Dallas leaving a dinner meeting there..."

Gerade als er diesen Satz äußerte, reichte ihm ein Mitarbeiter eine Eilmeldung. Cronkite unterbrach den Satz, setzte seine Brille auf, musterte sie, nahm seine Brille wieder ab und las die offizielle Bekanntmachung vor:

From Dallas, Texas, the flash, apparently official: "President Kennedy died at 1 p.m. Central Standard Time." (er schaut auf die Uhr) 2 o'clock Eastern Standard Time, some 38 minutes ago.

Nachdem er diese Bekanntmachung vorgelesen hatte, hielt er einen Moment inne, setzte seine Brille wieder auf, schluckte, um seine Haltung zu waren. Als er weiter liest, ist deutlich zu hören, dass er emotional berührt ist.

"Vice President Johnson (hustet) has left the hospital in Dallas, but we do not know to where he has proceeded. Presumably, he will be taking the oath of office shortly and become the 36th president of the United States."